Heute, wenn ihr seine Stimme hört, so verstockt eure Herzen nicht. Hebräerbrief 3,15

Psalm 119, 89-90a;105.114.116-117

Herr, dein Wort bleibt ewiglich, so weit der Himmel reicht; deine Wahrheit währet für und für.  

Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege. Du bist mein Schutz und mein Schild, ich hoffe auf dein Wort. Erhalte mich nach deinem Wort, dass ich lebe, und lass mich nicht zuschanden werden in meiner Hoffnung. Stärke mich, dass ich gerettet werde, so will ich stets Freude haben an deinen Geboten.

Herr, dein Wort bleibt ewiglich, so weit der Himmel reicht; deine Wahrheit währet für und für.

Gebet

Wir suchen nach Gottes Wort, verborgen in menschlichen Worten. Wir hoffen auf deine Gegenwart, Gott. Wir brauchen deinen Geist, der uns in alle Wahrheit leitet. Hilf uns, Gott, dass wir deine Stimme hören und annehmen, was du uns sagen willst, heute und morgen, bis in Ewigkeit.

Liebe Gemeinde!

Nicht mehr durchhalten, sondern gestalten – das forderten Psychiater in den letzten Wochen und wollen damit ermuntern das Leben wieder in die Hand zu nehmen in den Möglichkeiten, die es eben gerade gibt. Wer Ohren hat zu hören, der höre, denke ich da, mit einem Zitat aus der Bibel gesprochen. Gut, dann mal los, gestalten… also was könnte das heißen? Trotz Schietwetter rausgehen, weil es mir hinterher gut geht. Das Homeoffice so strukturieren, dass ich nicht das Gefühl habe, den ganzen Tag dransitzen zu müssen und dann doch nichts passiert ist, sondern in geregelter Zeit das machen, was möglich ist. Mal sehen, was es schafft, umgesetzt zu werden. Gestalten statt durchhalten – schauen wir, ob dieses Wort bei mir auf guten Grund fällt. Dazu hat Jesus einmal ein Gleichnis erzählt: Schriftlesung Lukasevangelium 8,4-8

Dazu habe ich vor ein paar Jahren mal ein Bild geschenkt bekommen. Alles ist darauf abgebildet, was wir eben im Gleichnis gehört haben. Der Sämann, der reichlich und weit auswirft. Die Dornen im Vordergrund, die die Saat im Keim ersticken, Die Vögel, die die Saat auffressen. Der Weg, auf dem eh nichts wachsen kann und schließlich die hundertfache Saat, die eine Frau im Hintergrund nach Hause trägt. Es ist schon erstaunlich, was ein Bild so alles aussagt und wie ein Gleichnis eine ganze Lebenswirklichkeit zu erfassen vermag. Alles in einem Bild. Alles ganz klein zusammengefasst, was das Leben so ausmacht. Wir säen, vielfältig und nach bestem Wissen und Gewissen, in unserem Alltag. An ganz verschiedenen Orten geben wir unser Bestes. Einen Samen, in dem alles steckt, um sich voll zu entfalten, alle Möglichkeiten. Im Privaten, im Familienleben, für den Beruf, für unseren Freundeskreis und Menschen, die uns berühren, hier in der Gemeindearbeit.

Und wir erfahren nicht gerade selten, dass unsere Mühen nicht von durchschlagendem Erfolg gekrönt sind. Da kocht man ein leckeres Essen und die Familie schaut scheel drein, als es auf dem Tisch steht. Man lernt für die Mathearbeit, Stunde um Stunde und dann kommt eine Aufgabe, die sich echt nicht lösen lässt. Das sind banale Beispiele und doch glaube ich, auf die ein oder andere Weise vertraut. Das Scheitern zum Leben dazu gehört erleben wir jetzt gerade auf sehr schmerzliche Weise. In der Coronapandemie versuchen Fachleute, Politiker, Ärzte und jeder von uns vieles, unser Bestes, um diesem Virus etwas entgegen zu setzten. Und trotzdem erleben wir auch hier dass nicht alles läuft.

Schaue ich auf das Gleichnis, das Jesus da erzählt, scheint das Scheitern auch eher normal zu sein. Die Chance drei zu eins, dass eine Aussaat Früchte trägt, holt mich auf den Boden der Tatsachen zurück, wenn ich denke, jede Bemühung müsste gleich ein Volltreffer sein. Das ist ernüchternd und entlastend gleichermaßen, finde ich für den Alltag, in dem man schnell das Gefühl bekommt, alles läuft bei anderen immer und sowieso super. Mitnichten ist das so. Aber wer erzählt schon gern vom Scheitern?

Ist das alles für heute? Die Einsicht, Scheitern ist normal und sogar Jesus wusste das schon? Ich glaube nicht. Konkret spricht er davon, dass das Wort Gottes gesät wird und unterschiedlich aufgeht unter den Menschen. Es werden vier Gruppen von Personen benannt, die sich unterschiedlich zum Wort Gottes verhalten. Den einen wird vom Teufel verwehrt, zu glauben; den nächsten fehlt es an Verwurzelung, um dauerhaft beim Wort zu bleiben; bei Dritten gibt es so viel anderes, was das Wort nicht zum Zuge kommen lässt; nur bei der vierten Gruppe fällt es auf „gutes Land“.

Zu welcher Gruppe gehören Sie gerade? Zu welcher ich gehöre unterscheidet sich je nach Tagesform, glaube ich. Was aber sind denn die Rahmenbedingungen, die hilfreich sind, um sich darauf einzulassen, was Gott zu meinem Leben zu sagen hat? Es muss wohl vom Ohr ins Herz gehen – wo das gelingt, bringt ein Mensch Frucht, indem sein Leben sich verändert, nach innen und nach außen. Und es braucht vor allem einen Sämann oder eine Säfrau, es muss mir schon jemand erzählen von Gott oder mir was vorlesen aus der Bibel oder mal mit mir beten, sonst kann nichts wachsen und werden. Ohne Säen geht es gar nicht. Das nehme ich mit aus dieser Erzählung. Säen ist notwendig, alles andere: Schauen wir mal! Oft geht was schief, wir müssen es nochmal probieren, vielleicht auf andere Art und Weise, zu einer anderen Zeit, mit anderen Mitteln. Vielleicht klappt es dann?

Wir pflügen und wir streuen, den Samen auf das Land. Doch Wachstum und Gedeihen liegt allein in Gottes Hand. So heißt es in einem Klassiker zum Erntedankfest. Das gilt für das Leben im Allgemeinen an dem an jedem neue Tag ein neues Aussäen von Möglichkeiten möglich ist. Und das gilt für unser Leben mit Gott, das, nebenbei bemerkt, ein Teil unseres Alltages ist. Mal nehmen wir das wahr, manchmal nicht. Sein Wort ist in uns ausgesät. In jedem, in jeder von uns liegt ein Funke Gottes. Gestalten statt durchhalten? Wird sich der Funke Gottes in mir, durch mich entfalten? Heute oder morgen? In mir oder in Dir? Vieles ist möglich. Gott hat versprochen, er ist dabei, auf jeden Fall.

Gestalten statt durchhalten. Das gilt auch für uns als Kirchengemeinde. Konkret haben wir uns entschlossen, wieder eine offene Kirche anzubieten. Jeden Freitag, Türen auf, für alle die kommen wollen. Jemanden zu finden, der die Tore aufschließt war gar kein Problem. Vielmehr war die Freude groß, wieder etwas anbieten zu können – einen offenen Raum, der Begegnung ermöglicht. Gestalten statt durchhalten. Die Möglichkeiten hat Gott in uns angelegt. Nicht alles wird funktionieren, das ist normal. Wir wissen heute noch nicht, ob überhaupt jemand aus der Gemeinde das Angebot annehmen wird, die Kirche Freitags aufzusuchen. Aber weiß Gott, es ist nicht alles. Wenn es auch nur einer ist, dem diese geöffnete Kirche wohl tut, ist das doch schon genug. Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit. Also ran ans fröhliche Scheitern, bis das Wort Gottes aufgeht. Amen

Lass uns in deinem Namen, Herr, die nötigen Schritte tun- Kantor Gerhard Schühle 

Fürbitten

Jesus, Sohn Gottes. Du sagst, was uns trägt, was wir nötig haben. Du zeigst uns, wie einer zum anderen reden kann. Dich bitten wir um Hilfe für uns und andere Menschen. Du hast uns geboten, einander zu lieben. Wir sollen Zeit und Verständnis haben für Menschen, die uns brauchen, dem jeweils Nächsten uns zuwenden im Hören und Reden. Hilf uns, hilf Mann und Frau, hilf Eltern und Kindern, Worte zu finden, die gut tun: klärende, entlastende, ermunternde Worte.

Wir bitten: Du hast uns aufgetragen, deine Zeugen zu sein, dein Wort weiterzusagen, zu reden, wie du geredet hast. Hilf uns, hilf Pfarrern und Pfarrerinnen, Lehrerinnen und Lehrern, verständlich und glaubwürdig zu sprechen. Lass das Evangelium laut werden in allen Sprachen und verschaffe ihm Geltung in aller Welt. Wir bitten: Du hast frei und öffentlich geredet vor aller Welt, ohne Scheu, ohne Furcht vor den Folgen. Hilf uns, hilf allen, die in der Öffentlichkeit reden, die Wahrheit zu sagen, auch wenn es unbequem ist, aussichtslos scheint und gefährlich wird. 

Wir bitten: Du hast geschwiegen, wo Worte nichts mehr ausrichten können. Hilf uns, hilf den vielen, die zum Schweigen verurteilt sind, die nur noch leiden können. Gib ihnen Geduld und Hoffnung und lass ihr Opfer nicht vergeblich sein. 

Wir bitten: Du hast uns ermutigt, in deinem Namen zu beten, allein und in Gemeinschaft mit anderen. Hilf uns, hilf allen, die nicht beten können, die zu beten verlernt haben, dass sie vor Gott bringen, was sie belastet und was sie beglückt: Angst, Schuld, Hoffnung und Freude.

Wir bitten: Herr Jesus Christus, du bist das Wort, das im Anfang war und das nicht vergehen wird. Auf dich hören wir, dir vertrauen wir uns an, heute und alle Tage.

Vaterunser

Segen

So segne und bewahre uns der allmächtige und barmherzige Gott. Amen

 

Am Sonntag, 21.Februar 2021 feiern wir um 10.00 Uhr Gottesdienst in der St.Nicolaikirche.

Offene Kirche:
„Siehe, ich habe vor dir eine Tür aufgetan und niemand kann sie zuschließen." Off 3,8
Wenn Ihnen und euch die Decke zu Hause auf den Kopf fällt, kommt gern in die Kirche zum Abschalten und Auftanken. Einfach mal zur Ruhe kommen von all dem Alltagsstress in dieser Zeit. Das ist ab dem 29.1.2021 freitags von 16-17 Uhr möglich. Bitte beim Besuch in der Kirche an eine medizinische Maske denken.

 

 

 

 

 

 

Losungen

Tageslosung von Donnerstag, 25. Februar 2021
Du bist mein Schutz und meine Zuflucht, mein Heiland, der du mir hilfst vor Gewalt.
Ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendeine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.

Nächster Gottesdienst

Sonntag, 28.02.2021, 10:00
Reminiszere
Freitag, 05.03.2021, 19:00
Weltgebetstag
Sonntag, 07.03.2021, 10:00
Online - Okuli
Dienstag, 09.03.2021, 10:00
Schulgottesdienst "Weiße Weste"
Sonntag, 14.03.2021, 10:00
Lätare
Sonntag, 21.03.2021, 10:00
Judika-Familiengottesdienst

Impressionen

Ev.-luth. Kirchengemeinde St. Nicolai Wittmund