Wie schön leuchtet der Morgenstern (EG 70,1+4)
Wie schön leuchtet der Morgenstern voll Gnad und Wahrheit von dem Herrn,
die süße Wurzel Jesse.
Du Sohn Davids aus Jakobs Stamm, mein König und mein Bräutigam,
hast mir mein Herz besessen;
lieblich, freundlich,
schön und herrlich,
groß und ehrlich,
reich an Gaben, hoch und sehr prächtig erhaben.

Von Gott kommt mir ein Freudenschein, wenn du mich mit den Augen dein
gar freundlich tust anblicken.
Herr Jesu, du mein trautes Gut, dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut
mich innerlich erquicken.
Nimm mich freundlich
in dein Arme und erbarme
dich in Gnaden; auf dein Wort komm ich geladen.
                             Philipp Nicolai (1556-1608)

Fürchte Dich nicht!
Sagen Engel den Hirten
In dunkler Zeit
Ein Kind ist geboren
Schenkt Hoffnung und heilt

Fürchte Dich nicht!
Dich begleitet
Auch jetzt
Gottes Licht
Mach dich auf den Weg
Hoffnung trägt durch die Zeit
Thomas Thiem

Cantilena, gespielt von Renate Schühle

Weihnachtslied (Erich Fried)
Eine Streu von Stroh
Eine Wand von Wind
Eine Woge als Wiege
Ein Kind

Ein Schwamm voller Essig
Eine Kammer voll Gas
Eine Waage am Wege
Eine Grube im Gras

Eine Gasse voll Dirnen
Eine Gosse voll Wut
Eine Stirne voll Dornen
Eine Mauer voll Blut

Eine Streu von Stroh
Eine Wand von Wind
Eine Woge als Wiege
Ein Kind
(Erich Fried: Weihnachtslied, in: Kaukoreit/Wagenbach (Hrsg.), Gesammelte Werke, Band 1, Berlin 1993, S. 552)

Von 1947 ist dieses ganz eigentümliche „Weihnachtslied“ von Erich Fried. Kurz und rhythmisch sind die Zeilen gefasst. So als wiege der Dichter ein Kind. Aber keine Krippenromantik wird hier gezeichnet. Ein Kontrast zu den Hirtenmusiken. Die Umstände, unter denen das Kind geboren wird, sind alles andere als idyllisch. Die heile Weihnachtswelt wird gestört. Die Passion Jesu klingt an. Der Essigschwamm, der ihm am Kreuz gereicht wird, um Schmerzen zu betäuben. Die Dornenkrone, die sich in seine Stirn bohrt. Erich Fried macht einen Zeitsprung von Jesu Zeit in die gerade erlebte Ermordung der europäischen Juden in den Vernichtungslagern, deren Befreiung vor nun 76 Jahren am 27.Januar gedacht wurde. Die „Kammer voll Gas“ und die „Grube im Gras“ stehen für den Wahnsinn, in den Antisemitismus und blinder Hass führen. Jesus eigener Blick richtete sich auf die Menschengruppen, die am Rande der Gesellschaft stehen. Für ihn stand der Mensch im Mittelpunkt mit seinen Sorgen und Ängsten, mit seinen Hoffnungen. Die im „Weihnachtslied“ benannten Prostituierten erinnern diese ganz besondere Perspektive, die Jesus einnimmt. Den Rahmen um das Weihnachtslied bildet: das Kind. Das Kind, das damals geboren wurde, kommt wieder und wieder zur Welt. Einer ist da, der die Not sieht, es tröstend in den Armen wiegt. Das Entscheidende liegt laut Erich Fried genau in diesem Blick für de anderen, in dessen Hilfeschrei der Schrei der Erde und der Schrei Gottes zu vernehmen ist. Allesentscheidend ist der Mut, anderen zu helfen, sie zu retten. Die Zeilen des Juden Erich Fried, der nach seinem Bekunden nicht religiös war, sind für mich hochaktuell. Sie erinnern uns an die gesellschaftliche Verantwortung, welche die Religionen für ein gelingendes Miteinander tragen.

Segen:   
Der Boden, der dich jeden Morgen trägt.
Die Hand, die sich auf deine Schulter legt.
Die Welle, die dich über Tiefen hebt.
Die Liebe, die noch bleibt, wenn Leben geht.
Ich wünsche dir ein gutes Gespür für die Weisen,
in denen Gottes Treue dir begegnet.

Am Sonntag, 21.Februar 2021 feiern wir um 10.00 Uhr Gottesdienst in der St.Nicolaikirche.

Offene Kirche:
„Siehe, ich habe vor dir eine Tür aufgetan und niemand kann sie zuschließen." Off 3,8
Wenn Ihnen und euch die Decke zu Hause auf den Kopf fällt, kommt gern in die Kirche zum Abschalten und Auftanken. Einfach mal zur Ruhe kommen von all dem Alltagsstress in dieser Zeit. Das ist ab dem 29.1.2021 freitags von 16-17 Uhr möglich. Bitte beim Besuch in der Kirche an eine medizinische Maske denken.

 

 

 

 

 

 

Losungen

Tageslosung von Donnerstag, 25. Februar 2021
Du bist mein Schutz und meine Zuflucht, mein Heiland, der du mir hilfst vor Gewalt.
Ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendeine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.

Nächster Gottesdienst

Sonntag, 28.02.2021, 10:00
Reminiszere
Freitag, 05.03.2021, 19:00
Weltgebetstag
Sonntag, 07.03.2021, 10:00
Online - Okuli
Dienstag, 09.03.2021, 10:00
Schulgottesdienst "Weiße Weste"
Sonntag, 14.03.2021, 10:00
Lätare
Sonntag, 21.03.2021, 10:00
Judika-Familiengottesdienst

Impressionen

Ev.-luth. Kirchengemeinde St. Nicolai Wittmund