Seit zehn Jahren bietet unsere Gemeinde zusammen mit der römisch-katholischen Bonifatiusgemeinde Wittmund und der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Carolinensiel das Café für Trauernde an. Anfang Januar haben wir dieses Jubiläum zusammen mit dem ehrenamtlichen Team, den Pastoren und Pastorinnen und Besuchern gefeiert. Ein wunderbarer Nachmittag war es, zu dem auch Vertreterinnen des Hospizdienstes des Landkreises gekommen waren. Frau Ihnken vom Hospizdienst hatte 2006 die Idee, Trauernde einzuladen und einen Raum zu bieten, sich mit anderen Menschen in ähnlicher Situation zu treffen, aber nicht als fester Kreis, sondern als offenes Angebot. Zusammen entwickelten wir ein Konzept und sind heute froh und dankbar, dass es wahrgenommen und angenommen wird. Ein Dank gilt dabei besonders den Ehrenamtlichen, die nicht nur für ein schönes Ambiente sorgen, sondern auch kompetent für die Besucher/innen da sind.  So weit es möglich ist, werden sie dabei von einem Seelsorger, einer Seelsorgerin unterstützt.

Jeden zweiten Sonntag im Monat lädt das ehrenamtliche Team von 15.00 Uhr bis 17.00 Uhr ins Gemeindehaus am Kirchplatz 3 in Wittmund ein.

 

Foto: Anzeiger für Harlingerland

Wir sind mitten in der Passionszeit unterwegs und gehen auf Ostern zu. Bei einem Gespräch mit meinen Konfirmandinnen und Konfirmanden kommt es bei dem Blick auf den Weg des Leidens, den Jesus gegangen ist, zu folgender Frage: „Wenn Jesus Gottes Sohn ist und allmächtig, warum stellt er dann nicht eine Armee gegen die Römer auf? Warum hat er sich überhaupt gefangen nehmen lassen?“ Ein Einwand, der ähnlich auch schon im Evangelium des Matthäus (Mt 27,40ff.) zu finden ist. Das Wort „Passion“ bedeutet „Leiden“, aber auch „Leidenschaft“. Gott geht seinen Weg der Liebe gewaltlos. Liebe kann nicht auf Mittel der Gewalt aufbauen, damit würde sie sich im Begriff widersprechen. Alle Maßnahmen zur Gegengewalt, die wir im Blick haben, bricht Gott in Jesus auf. Und somit den Teufelskreis der Gewalt, der immer neue Gewalt und Hass produziert, der bis in unsere Zeit hinein nach wie vor trefflich funktioniert. Jesus verzichtet bewusst auf diese „menschlichen“ Reaktionsformen. Er tut das ganz andere. Er vertraut ganz auf Gott. Was wie eine Niederlage aussieht, sein Tod am Kreuz, ist der Sieg des Lebens. Gott erweckt Jesus von den Toten. Das feiern wir zu Ostern. Eine Tante von mir trug zeitlebens eine Kette mit einem Kreuz. Sie erzählte mir von manchen schweren Situationen, in denen sie das Kreuz fest umfasste und sich sagte: „Wenn Jesus seinen Weg mit Gottes Hilfe gegangen ist, dann wird Gott mir auch jetzt Kraft geben!“ Für meine Tante war das Kreuz so ein wichtiger Halt in ihrem langen Leben und auch im Sterben. Jesus verspricht uns allen „Siehe, ich bin bei Euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ (Mt 28,20). Genau in diesem Versprechen, das der Auferstandene gibt, zeigt sich seine Allmacht. Ich wünsche Ihnen und Euch ein gutes Geleit auf allen Wegen!    
Ihr und Euer Thomas Thiem, Pastor

Grafik:Pfeffer

Losungen

Tageslosung von Freitag, 19. April 2019
Gott hat mich wachsen lassen in dem Lande meines Elends.
Einer der Übeltäter, die am Kreuz hingen, sprach: Jesus, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst! Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein.

Nächster Gottesdienst

Freitag, 19.04.2019, 10:00
Karfreitag - Johanneshaus
Freitag, 19.04.2019, 15:00
Karfreitag - Musik und Texte zur Sterbestunde Jesu
Samstag, 20.04.2019, 22:00
Osternacht
Sonntag, 21.04.2019, 10:00
Ostersonntag
Montag, 22.04.2019, 10:00
Ostermontag
Samstag, 27.04.2019, 10:00
Kinderkirche
Sonntag, 19.05.2019, 10:00
Musikalischer Gottesdienst zu Kantate

Impressionen

Ev.-luth. Kirchengemeinde St. Nicolai Wittmund